Chronik Gedicht

De Allacher Fuaßbållgschichd  vom Anfang an
Von Hermann Rassinger

Der erste Weltkriag wår grood går,
man schreibt präzis s‘neinzehna Jåhr,
Vollmond is üba Allach gwen;
vui Leit san längsd im Bett scho gleng.

Flackt auf a Liachd dort irgenwo,
gehd höchstns oana no auf’s Klo!
Weil wennsd vorm Bettgeh ned biesln duasd,
dann umra drei gwiss aufs Bodschampal muaßd.

In dera sternenklaren Nåcht
hood sich a Mo aus Allach dåcht‘,
es wår da Hauptschui-Lehrer-Sohn,
Baumstängl Franz hieß de Person:

Ob‘s Spui, des vo der Insel kimmd,
a då bei uns den Anklang findt?
Wås de dort auf da Insel kenna,
des werd a guad füa Allachs Männa.

Auf gehts! Da müaß ma do was doa!
Allach wår selm no a eigne Gmoa,
und dena z’Minga zoag ma eiskoid,
wo daß da Bartl n’Most her holt.

Auf Fidschi, Tonga und Hawaii,
in Japan, in da Mandschurei,
im Kongo und den Malediven
wead s’Fußbållspuin a  scho betriebn.

Sogår da Papst im Vatikan
is vo dem »Bållspui« angetan.
Wenn d’Eminenz scho s’Spui gern mog
is’s a füa Allach guad; koa Fråg!

Und ob! Man is hier unterdessn
vom „neien“ Fuaß-Båll-Spui besessn.
Oa Mannsbuid nach-am åndern lernts,
obwoi s’damit gar nix vadeanst.

In England kriagsd dafüa scho Geld,
san d’erstn Profis auf da Welt.
Doch s’Geld alloa gibd need vui her,
da Spass am Spui zeld noch vui mehr.

Auf da „Alm“ hood ma sich troffa,
is dreimoi uman Platz rum gloffa,
damit de Wadln need so brenna
wenns‘t späta duasd am Båll nachrenna.

A paar, de moana, de Tortur,
des waar-a unnot‘ Prozedur,
weil d’Energie, de gangad flötn:
wia soi er no am Båll nachtretn?

Und scho hearsd, wia da Oane plärrd:
»I håb ma gscheid de Muskeln zerrd«.
Drauf moant da Trääna schadnfroh:
»Häddsd di hoid aufgwärmt, bläda Mo«.

Auf geht‘s zur Alm! Jeds Wochenend!
Da ham ab jetzt de Schuahsoin brennt.
Und Fuaßbållschuah, des waar jå glåchd,
de hoosd mit Stoppeln selba gmåchd.

Bis Achtedreißge spuit man dort,
dann muaß ma leider vo dort furt,
weil d‘Gmoa do infrastrukturell
was Neies bau‘n wui, auf de Schnell.

Im West‘n wead a Grundstück frei.
In d’Naßlstrass‘ ziahgd man dann ei‘.
Sager & Wörner ham vor Ort
oa Hoiz-Barack‘n glassn dort.

De hod man hergrichd und vazierd,
und zum Vereinsheim umfunktioniert.
Ois „D‘Hütt’n“ wår sie oans, zwoa, drei,
sehr båld berühmt im ganz’n Gäu.

An Arzt am Platz hosd oiwei brauchd;
entweda hosd da d’Haxn gstauchd
oder du bist mit vui Nobless
im Sand drin gland’t oder im Löß.

Na’m Kriag is sportlich man vorndro,
man spuit auf sehr hohem Niveau,
zwoa Aufstieg duan d’Fuaßballer feiern,
gwinnan gar n‘Pokal vo Oberbayern.

Doch dann tritt ei oa Stagnation:
Dreiß‘g Jåhr werd d’A-Klass‘ de Option.
Sehr oft vapassd man knapp as Zui,
bläd und beschissn is as Gfui.

In d’Sechzga Jåhr moant wieda d’Gmoa:
„Mir woin an dera Strass‘ was doa!“
D’Fuaßballer schaun, das schnel was laffd
und ham im Norden oa Grundstück kaffd.

Mit da Stadt Minga werd se g‘einigt,
da Grundbucheintrag wird bescheinigt.
Seit dem is ohne Unterlass,
d‘Null-Neina-Hoamat »D’Enterstrass‘!«

A sportlich ragt man aus der Masse,
steigt immer höher, Klass‘ um Klasse,
da Höhepunkt is d‘Landesliga!
Doch dann werd’s schiaf, de Bahn der Sieger!

Glücklos geht‘s leider frisch und munter,
gar bis in d’ Kreis-Klasse hinunter.
S’fangt wieda o de Warterei,
bis d’endlich aufsteigst, mei-o-mei!

2006 hod‘s d’Erste gschaffd:
Kreisliga-Aufstieg! Unverhofft!
Drei Jåhr danåch, zwoatausndnein,
woit man scho oa Klass‘ höher sein.

D’Erste hod vuizvui „‘rum-ge-eiert“,
dawei de „Hundert-Jåhr“ wean g‘feiert.
Vahaut is worn, d’Relegation!
S’waar schee gwen,… doch Aus, valorn!

Doch im zwoatausadzwöifa-Jåhr:
Da Traam der werd tatsächlich wåhr,
S‘Null-Neuna-Leder laffd und laffd,
Aufstieg perfekt, jetz iss-es gschaffd.

De schönste Tatsach is dabei:
Fast ålle Jungs san ausm Allacher Gäu.
De Saat is endlich aufgegangen,
de man vor Jahren angefangen.

Doch d’Bezirksliga, mei liaba Schieber,
is finanziell hoit a anders Kaliber.
weitere Sponsoren, Gönner müassn her,
sonst wead s‘Üwalebn verdammt schwer.

A der Drittn, aus unsam Nachwuchs bestückt
is 2012 da Aufstieg in d’B-Klass‘ geglückt.
Was aussågd, daß d‘Strukturen stimma!
Mia woin jetz‘ stets mit vorndro schwimma.

Des »Vorndro schwimma« head se guad o,
doch de Wirklichkeit zoagdz, s‘is går ned a so,
erst im letztn Spui hams de Allacher gschaffd,
dass im Folgejahr wieda d’Bezirksliga lachd.

Doch kaum is d’Saison in 2013 oganga
stehn scho drei Langzeitverletzte Schlanga,
und zwar agrod de, de Stammspieler wårn,
so weadz glei am Anfang hint höher wia vorn.

Glei vom Start weg is s‘Glück den 09ern abhold,
de Punkt‘ spazian mit’m Gegner durch’n Wåld.
Vor lauter Wåld sehgn‘s de Baam nimma mehr
und schenka mehr oda minda de Punkte glei her.

Mid oam Tor Differenz valiern‘s glei neun mål,
da wiehern scho d’Ross beim Greawald im Ståll.
Da Abstand zua Relegation wead imma grössa
und da Abstiegsdeife wetzd scho lang s‘Messa.

Früah woaß man scho, man rennt ins Leere!
Kreisliga, ole! Bezírksliga: Hatte die Ehre!
Der Neuaufbau foid anfangs a weng schwer,
aber des kennt man scho vo früher her.

Jugendmannschaftn wean a imma mehr.
Wås doa? A Kunstrasenplatz muass her.
De Mitgliedermehrheit hod s’richtige Gspüa
und zoid vier Jahr lang a „Sonderumlag‘“ dafüa.

Im Herbst 2018 soll de Einweihung sein,
d’Finanzierung steht, füa 09 a Meilenstein.
Ohne Schulden z’macha is des Ganze herganga.
A schwierig’s, aber nützliches Unterfanga.

Jetzt wead man des ganze Jahr trainieren könna,
man muass se koa teure Ausweich mehr nehma,
vielleicht wead der Traum wirklich wåhr
und man spuit in der Bez-Liga im Jubeljåhr.

Vorausblick braucht‘s, såg i frei und frank,
und d‘Leit‘ ham mia zur Zeit. Gott sei Dank!
Und de ham loyale Unterstützung verdient,
a wenn amoi a Kloanigkeit ned stimmt.

Bei 09 weadz imma Auf-und Ab’s geb’n,
es is hoid wia a im richtig’n Leb’n.
Aber trotzdem hoitn mia stoiz zum Verein:
Dem „TSV Allach vo Neunzehn-Null-Neun“.

© by Hermann Rassinger

Für die richtige Schreibweise des Bayerischen Idioms übernimmt der „zuagroaste“ Autor keine Gewähr.