Chronik Gedicht

De Allacher Fuaßbållgschichd  vom Anfang an
Von Hermann Rassinger

De greimte Fuaßball-Historie des TSV Allach 09

Von Hermann Rassinger November 2018

Der erste Weltkriag wår grood går,
man schreibt präzis s‘neinzehna Jåhr,
Vollmond is üwa Allach gwen,
vui Leit san längst im Bett scho gleng.
Flackt auf a Liacht dort irgenwo,
geht höchstns oana no auf’s Klo,
mit’m ausgschnittnen Herzerl in da Tür
und a oide Zeitung war des Klopapier.

Den Baumstängl Franz, an Lehrer-Sohn
befällt nächtens a denkwürdige Vision,
man woaß ned, ob’s beim Bieseln war,
auf alle Fälle war’s für ehm ganz klar:
s’Fuaßballspui, des man in England kennt,
muaß nach Allach her. Kreuzsakrament.
Was de Briten auf der Insel da machn,
des schaffn mia a, s’waar ja zum Lachn.

Allach wår selm no a eigene Gmoa,
drum kunnt‘ ma so ebbs no leichter doa.
Da Antrag wead gstellt, s’geht Ratz-Fatz;
jetz‘ braucht’s nur no an Fuaßballplatz.
Auf da »Alm« hat man oan gfundn
und für s’Erste kimmt man guat üwa d’Rundn.
Schnell is man in Allach unterdessen
vom neuen Fuaßballspiel besessen.

Auf Fidschi, Tonga und Hawaii,
in Japan, in da Mandschurei,
im Kongo und den Malediven
wead s’Fußbållspuin a  scho betriebn.
Sogår da Papst im Vatikan
is vo dem »Bållspui« angetan.
Wenn d’Eminenz scho s’Spui gern mog
is’s a füa Allach guad; koa Fråg!

Auf der »Alm« also hat man sich troffn,
is dreimoi uman Platz rum gloffn,
damit de Wadln ned so brennen
wenns‘d später tuast am Båll nachrennen.
A paar, de moana, de Tortur,
des waar-a unnot‘ Prozedur,
weil d’Energie, de gangad flötn.
Wia sollad er no am Båll nachtretn?

Und schon hörst, wia da Oane plärrt,
er hätt se gscheid de Muskeln zerrt.
Drauf moant da Trääna schadnfroh:
„Hätts‘t di hoid aufgwärmt, bläda Mo“.
In Allach wead aufgspuit! Jeds Wochenend!
Da ham so manche Schuahsoin brennt.
Auf d‘Fuaßbållschuah, heut müassast lachn,
muasst Stollen selber drauf måchn.

Bis Achtedreißge spuit man dort,
dann muaß man leider vo dort furt,
weil d‘Gmoa do infrastrukturell
was Neues bau‘n wui, auf de Schnell.
Im West‘n wead a Grundstück frei.
In d’Naßlstrass‘ ziahgt man dann ei‘.
Sager & Wörner ham vor Ort
oa Hoiz-Barack‘n glassn dort.

De hat man hergrichd und verziert,
und zum Vereinsheim umfunktioniert.
Als „D‘Hütt’n“  wår sie oans, zwoa, drei,
sehr båld berühmt im ganz’n Gäu.
An Arzt am Platz hast oiwei braucht,
entweder hast da d’Haxn gstaucht
oder du bist mit vui Nobless
im Sand drin gland’t oder im Löß.

Na’m Kriag is sportlich man vorndro,
man spuit auf sehr hohem Niveau,
zwoa Aufstieg dean d’Fuaßballer feiern,
gwinnan gar n‘Pokal vo Oberbayern.
Doch dann tritt ein oa Stagnation:
Dreiß‘g Jåhr wead d’A-Klass‘ de Option.
Sehr oft verpasst man knapp as Ziel,
bläd und beschissn is as Gfuhl.

In d’Sechzga Jåhr moant wieder d’Gmoa:
„Mir woin an dera Strass‘ was doa!“
D’Fuaßballer schaun, das schnel was lafft
und ham im Norden oa Grundstück kafft.
Mit da Stadt Minga wead se schnell g‘einigt,
da Grundbucheintrag wird bescheinigt.
Seit dem ist ohne Unterlass,
d‘Null-Neina-Hoamat »D’Enterstrass‘!«

Auch sportlich ragt man aus der Masse,
steigt immer höher, Klass‘ um Klasse,
da Höhepunkt is 1987 d‘Landesliga!
Doch dann wead’s schiaf, de Bahn der Sieger!
Glücklos geht‘s leider frisch und munter,
gar bis in d’ Kreis-Klasse hinunter.
Vui Jåhr san drauf vergangn,
bis man se endlich hat dafangn.

Im Jahr 2006 hat‘s d’Erste  gschafft:
Kreisliga-Aufstieg! Ganz unverhofft!
Drei Jåhr danåch, zwoatausndneun,
woit man scho oa Klass‘ höher sein.
Doch d’Erste hat zvui „‘rum-ge-eiert“,
de „Hundert-Jåhr“ wean ohne Aufstieg g‘feiert.
Verhaut is worn, de Relegation!
Enttäuschung und a weng Häme ist der Lohn!

Endlich! Im Zwoatausendzwöifa-Jåhr:
Da Traam der wead tatsächlich wåhr,
s‘Null-Neuna-Leder lafft und lafft,
Bezirksliga-Aufstieg perfekt, jetz is es gschafft.
De schönste Tatsach is dabei:
Fast ålle Jungs san ausm Allacher Gäu.
De Saat is endlich aufgegangen,
de man vor Jahren hat angefangen.

Doch d’Bezirksliga, mei lieber Schieber,
is finanziell halt a andres Kaliber.
Weitere Sponsoren, Gönner müassn her,
sonst wead s‘Üwalebn verdammt schwer.
A der Drittn, aus unsam Nachwuchs bestückt
is 2012 da Aufstieg in d’B-Klass‘ geglückt.
Was aussågt, daß d‘Strukturen stimmen!
Mia woin jetzt stets mit vorndro schwimmen.

Des »Vorndro schwimmen« hört se guad o,
doch de Wirklichkeit zoagt‘s, s‘is ned ganz a so.
Erst im letztn Spui hams de Allacher gschafft,
dass im Folgejahr wieder d’Bezirksliga lafft.
Doch kaum is d’Saison in 2013 oganga
stehn scho drei Langzeitverletzte Schlanga,
und zwar agrod de, de Stammspieler wårn,
so weadz scho am Anfang hint höher wia vorn.

Glei vom Start weg is s‘Glück den 09ern abhold,
de Punkt‘ spaziern mit’m Gegner durch’n Wåld.
Vor lauter Wåld sehgn‘s de Baam nimma mehr,
schenkn mehr oder minder de Punkte glei her.
Mit oam Tor Differenz verliern‘s glei neun mål,
da wiehern scho d’Ross beim Greawald im Ståll.
Da Abstand zua Relegation wead imma grösser
und  da Abstiegsdeife wetzt lang scho s‘Messer.

Früah woaß man scho, man rennt ins Leere!
Kreisliga, ole! Bezírksliga: Wir hatten die Ehre!
Der Neuaufbau fallt anfangs a weng schwer,
aber des kennt man scho vo firgendwo her.
Jugendmannschaftn wean a immer mehr.
Wås doa? A Kunstrasenplatz muass her.
De Mitgliedermehrheit hat s’richtige Gspüa
und zoid siem Jahr lang a „Sonderumlag‘“ dafüa.

Am 27.Oktober 2018 war’s dann endlich so weit,
der neue Kunstrasenplatz wurde eingeweiht.
Ökumenisch, wia sich’s in Bayern ghört,
schließlich is des Projekt goldeswert.
Trotz des Baureferats unnötigen Zicken
– irgendwer findet oiwei irgendwelche Lücken –
die bei anderen Klubs ned zur Debatte standen.
Doch beim TSV 09 warn’s plötzlich vorhanden.

Jetzt kann man fast s‘ganze Jahr trainieren
und taktische Spielzüge einstudieren.
Fremd-Ausweichplätze san für immer pas­sé,
man spart se de teure Miete. Is des ned schee?
Des neue Flutlicht lädt zum Abendsport ein;
perfekter kann unsere Investition ned sein.
Unsere Mitglieder ham vui dazua beigetragen.
Vergelt’s Gott, kann man da nur sagen.

Auch den Sponsoren und Gönnern ein Dankeschön,
denn ohne die würde so ebbs gar ned gehn.
Schad nur: Einige Mitglieder gingen abhanden,
sie ham de „Umlage“ irgenwie falsch verstanden.
Es gabad für jedn Einzelnen an Kompromis.
Ein bläd‘s Mißverständnis! Jetz is leider wias is.
Aber vielleicht findt da oane und andre zrück?
Jed’s Mitglied mehr is für den Verein ein Glück.

Vorausblick braucht‘s, såg i frei und frank,
und d’Vereinsführung hat den. Gott sei Dank!
Und de ham loyale Unterstützung verdient,
a wenn amoi a Kloanigkeit ned stimmt.
In am Verein wead‘s immer Auf- und Ab’s geb’n,
es is hoid wia a im richtig’n Leb’n.
Drum wår, is und bleibt unser Verein
der „TSV Allach vo Neunzehn-Null-Neun“.

Kunstrasenplatz-Einweihung am 27.10.2018

V.l.n.r: 1.Vorstand TSV Allach 09 Max Ostermann, Münchens 2.Bürgermeister Josef Schmid, Bezirksausschuss – Vorsitzende Frau Heike Kainz, 2.Vorstand des TSV Allach 09 Farhid Habibi

Foto: TSV Allach 09

 © by Hermann Rassinger; Für die richtige Schreibweise des Bayerischen Idioms übernimmt der „zuagroaste“ Autor keine Gewähr.